LIFE+ Oostkustpolders - auf Deutsch | Natuurpunt

LIFE-Oostkustpolders liegt im pSCI-Gebiet ungefähr 20km von Brügge entfernt in der belgischen Provinz Westflandern. Mit diesem neuen LIFE-Projekt möchte Natuurpunt gegen die Bredrohung des einzigartigen Lebensraums Oostkustpolders vorgehen und den negativen Einfluss auf das Habitat und die einheimischen Arten, die durch die Habitatrichtlinie geschützt werden, bewältigen.

Einleitung
Die zentrale Zielsetzung dieses LIFE-Projetkts ist die großflächige Wiederherstellung des typischen Grasland-Lebensraums in den Poldern an der belgischen Ostküste. Diese bilden das Herzstück der salinen Habitate im belgischen Innenland und sind ein wichtiges Brut- und Überwinterungsgebiet für viele Enten, Gänse und Watvögel.

Die zwei wichtigsten Habitate (1310 Salicornia und andere einjährige Pflanzen, die auf Lehm und Sand wachsen und 1330 Altantische Salzwiesen mit Glauco-Puccinellietalia maritimae) bilden ein lückenhaftes Netzerk durch das Projektgebiet. Aufgrund ihrer Größe und Isolation, sind diese Habitatinseln sehr empfindlich gegenüber weiterer Verkleinerung. Eins der beiden Hauptziele des Projekts ist, die Qualität und die Quantität dieser salinen Lebensräume zu erhöhen.

Gegenwärtig sind Wiesenvögel in Europa stark gefährdet. Ein ernstzunehmender Populationsrückgang in den letzten Jahrzehnten hat zu ihrer Aufnahme in die nationale rote Liste geführt, daher fokussiert sich dieses LIFE-Projekt  auf Wiesenvögel (sowohl brütende als auch überwinternde Arten). Der Säbelschnäbler (Recurvirostra avosetta) ist die wichtigste der brütenden Arten. Des Weiteren ist das Projektgebiet ein wichtiger Überwinterungsstandort für Arten wie Sumpfohreule (Asio flammeus), Kurzschnabelgans (Anser brachyrhynchus), Blässgans (Anser albifrons) und Pfeifente (Anas penelope). Tatsächlich überwintern 60 bis 80 Prozent der Kurzschnabelgänse Spitzbergens hier. Diese vorrangige geschützte Art dient als Schirmart für andere Vögel wie  Weißwangengans (Branta leucopsis), Stelzenläufer (Himantopus himantopus), Großer Brachvogel (Numenius arquata),  Löffelente (Anas clypeata), Uferschnepfe (Limosa limosa) und Knäkente (Anas querquedula).

Die Graslandwiederherstellung beschäftigt sich vorwiegend mit der Wiederherstellung des Mikroreliefs und der hydrologischen Optimierung des Projektgebiets.

Abgesehen von der hydrologischen und Graslandwiederherstellung, werden geeignete Niststandorte für die Rohrweihe (Circus aeruginosus) geschaffen, da das Giebiet von Rohrweihen als Jagdrevier genutzt wird, geeignete Nistmöglichkeiten jedoch zu fehlen scheinen.

Direkte ökologische Maßnahmen im Rahmen des Projekts:

  • Wir werden betroffenes Land im Projektgebiet ankaufen, um dort mit der großflächigen Wiederherstellung der Landschaft zu beginnen, die Zielhabitate zu schützen und zu verbinden, einen vorteiligen Schutzstatus für die Zielhabitate einzurichten und eine ausreichend große Population der Zielarten zu erreichen, sodass ein nachhaltiges und langfristiges Überleben möglich wird. Wegen der ausgeprägten Aufspaltung der Zielhabitate ist die Wiederherstellung nicht möglich ohne großflächigen Ankauf von Land.
  • Wiederherstellung von 210 ha Grasland, von denen 70 ha saline Lebensräume einnehmen, durch die Wiederherstellung des typischen Mikroreliefs der Wiesen und Weiden
  • Schaffung von weiteren 5,5 ha Kernstück des salinen Gebiets durch das Abgraben der oberen Erdschicht
  • Verbesserte Ordnung der Beweidung durch Setzen von 47 km Zaun
  • Hydrologische Optimierung durch den Bau von drei windmühlenbetriebene Wasserpumpen und neun Dämmen.
  • Schaffen von drei geeigneten Niststandorten für die Rohrweihe

Weitere Maßnahmen im Rahmen des Projekts:

  • Schreiben von detaillierten Plänen für die effiziente und effektive Wiederherstellung von Habitaten
  • Monitoring von salinen Lebensräumen und Wiesenvögeln in den Zielgebieten
  • Verbesserte regionale Unterstützung und Beteiligung durch Information und Kommunikation mit der regionalen Gemeinschaft, der Presse und Politikern. 
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